Freiwillige Feuerwehr Altkirchen e.V.

Die Freiwillige Feuerwehr Altkirchen e.V. hat mit 90 Männern eine für den Ort überraschend hohe Mitgliedszahl; bei 67 Aktiven ist fast jede Familie in dem Verein vertreten. Noch ehe es ein geordnetes Feuerlöschwesen in Deutschland gab, hatten sich in den Städten idealistisch gesinnte Turnvereine mit ihren Steiger- und Rettungskompanien der Brandbekämpfung angenommen. Von den Turnern ging das Motto aus Gott zur Ehr’ dem Nächsten zur Wehr.

Aktive Mitglieder

in der Freiwillige Feuerwehr Altkirchen

Historischer Rückblick:

Die Gründung freiwilliger Feuerwehren in Bayern geht maßgeblich auf Christian Ludwig Jung (1835–1906) zurück. Er rief als Abgesandter und 2. Vorstand der Freiwilligen Feuerwehr München am 26. Dezember 1867 in Freising den Oberbayerischen Feuerwehrverband mit ins Leben. 40 Jahre bekleidete er dann den Posten des Vorsitzenden vom Bayerischen Landes-Feuerwehr-Ausschuss. Während seiner Amtszeit wurden in Bayern 7.238 Freiwillige Feuerwehren gegründet. Ein erster Hinweis auf die Existenz einer Feuerwehr in Eichenhausen / Altkirchen ist einem Eintrag in die Argeter Feuerwehrchronik von 1873 zu verdanken: Bei einem Brand in Sauerlach befanden sich Altkirchener Feuerwehrleute im Einsatz. In einer Grundliste der Pflichtfeuerwehr Eichenhausen aus dem Jahre 1883 sind 31 Männer aufgeführt, die von Sebastian Glasl befehligt wurden. Der 12. Oktober 1902 gilt als offizielles Gründungsdatum für die Freiwillige Feuerwehr Eichenhausen. Als erster Vereinsvorstand werden Sebastian Beil und als Hauptmann der Marxenbauer Sebastian Glasl genannt. Glasl übte sein Ehrenamt bis 1938 aus und war in dieser Zeit auch Bezirksbrandmeister. 42 freiwillige Feuerwehrmänner sind in der ersten Stammliste von 1902 verzeichnet. Die neu gegründete Wehr fand rasch Zuspruch, zehn Jahre später zählte sie bereits 150 Mitglieder. Die technische Ausrüstung der Löschmannschaft bestand ursprünglich aus einer handbetätigten Kastendruckspritze.

Die Altkirchener Feuerwehrmänner betätigten noch bis 1952 mit Muskelkraft eine Handdruckspritze; sie wurde dann durch eine Magirus-Motorspritze ersetzt. Drei Tage wie aus dem Bilderbuch: Vom 25. – 27. Mai 1973 konnten die Bürger von Altkirchen beim 70. Gründungsfest ihrer Feuerwehr auch die Weihe ihrer neuen Fahne feiern. Die Fahne zeigt kunstvoll gestickt St. Florian, den Schutzpatron der bayerischen Feuerwehrleute. Florian war Hauptmann in der römischen Provinz Noricum (Oberösterreich) und starb um 304 den Märtyrertod. Ihr erstes Löschfahrzeug LF8 bekam die Wehr Ende 1974. Dieses Fahrzeug wurde ausschließlich durch Spenden der Gemeindebürger finanziert und fand seinen Platz in dem bereits ein Jahr vorher angekauften und umgebauten ehemaligen Milchkühlhaus. Zum gleichen Zeitpunkt erfolgte die funktechnische Anbindung an das Alarm- und Funkleitsystem des Landkreises München. Seit 1999 steht ein von der Gemeinde Sauerlach beschafftes neues Löschfahrzeug zur Verfügung.

Fahne der Freiwilligen Feuerwehr Altkirchen

Rückseite der Fahne

Gemeinsam mit elf Nachbarwehren, dem Schützenverein und dem Endlhausener Veteranen- und Kriegerverein feierte die Freiwillige Feuerwehr Altkirchen vom 23. – 25. Mai 2003 mit einer Festfolge bei schönem Sommerwetter ihren 100. Geburtstag im Diesl-Stadl. Der Freitagabend begann mit einer kurzen Totenehrung mit Kranzniederlegung durch den 1. Vorstand Franz Beil, Gumpertshausen an der Kriegergedächnisstätte. Der weitere Verlauf stand ganz im Zeichen von Ehrungen langjähriger Vereinsmitglieder. Paul Öckler und Johann Trischberger  sen. wurden für 70-jährige Mitgliedschaft geehrt. Am Samstag spielten die Altkirchner Musikanten zum Tanz auf, der Sonntag war dem Empfang der Nachbarvereine gewidmet. In seiner Festrede zollte Bürgermeister Walter Gigl dem Verein seinen Respekt: „Die Altkirchner Feuerwehr verursacht der Gemeinde Sauerlach kaum Kosten“.

Texte: Reinhold Löschinger, Sauerlach;